Monti IV CH

Haflinger Wallach 1997 (141cm)

 

Züchter: Röbi Wyss, Solothurn

 

 

Mein Seelenpferd, mein Kämpfer, mein bester Lehrmeister: Monti habe ich 3-jährig gekauft und bin mit ihm die ersten zwei Jahre mehr oder weniger nur im Gelände unterwegs gewesen. Langsam sind dann Spring- und Dressurstunden dazugekommen. Wir haben unsere ersten Turniere und Freizeit-Turniere bestritten und sind von Jahr zu Jahr immer besser geworden. Seine Leidenschaft ist das Springen. Mit einer Juniorin wurde Monti Vizemeister an der Haflinger-Schweizer-Meisterschaft. 

Obwohl Monti eher zu den Kleinen gehört, sind sein Mut, sein unbändiger Wille und vor allem sein riesiges Kämpfer-Herz umso grösser und das zeigt er gern, wenn es darauf ankommt. Mit ihm kann ich durch dick und dünn gehen. Kann ihm vertrauen, weil ich weiss, er würde mich nie im Stich lassen.

 

Im Albernheiten machen ist er ebenfalls ungeschlagen und zeigt Besuchern gern sein Repertoire an Zirkuslektionen immer in der Hoffnung, es könnte ja noch eine Belohnung für ihn dabei herausschauen.

 

Das Dressurreiten... naja, da waren wir uns nicht so ganz einig wie wir das angehen sollte. Den normalen Weg der Ausbildung machte uns keinen Spass und ich habe mich früh auf die Suche nach einem anderen Weg gemacht der eher für uns gedacht ist. Nach diversen Um und Irrwegen, sind wir per Zufall bei Anja Hass in einem Tagesseminar gelandet. Es hätte uns nichts besseres passieren können. 

 

2014 hatten wir leider einige Rückschläge bei der Barhufumstellung und wir waren gezwungen unsere tägliche Arbeit ohne Reiten am Boden weiter zu machen. Wir konnten lange Zeit nur im Stand arbeiten und ein paar Minuten laufen. Es war eine nervenraubende Zeit. Monti stand aber jeden Tag an der Boxentür wenn ich gekommen bin und wollte raus. Das hat mich immer darin gestärkt, für ihn weiter zu kämpfen und durch zu halten. Die Übungen im Stand haben ihn im Kopf ausgelastet und ihn bei Laune gehalten. Nach und nach, durfte er sich wieder länger Bewegen und wir konnten in der Boden/Handarbeit weiter machen. Da ich sehr gerne pingelig arbeite, hatte ich nichts gegen diese lange Reit- Pause. Monti fand dann jedoch nach über einem Jahr es sei genug am Boden gearbeitet worden. Er gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich jetzt wieder auf seinen Rücken sitzen soll. Ein unglaubliches Gefühl, nach so langer Zeit auf seinen blanken Rücken zu steigen und einige Runden zu drehen. 

 

Mit Anja zusammen haben wir die Leichtigkeit im Reiten gefunden, die man immer sucht. Monti ist voller Tatendrang bei der täglichen Arbeit dabei und wenn er seine Aufgabe verstanden hat, dann möchte er sie auch allen präsentieren und wächst  selbst über sich hinaus.

Die Seitengänge im Schritt und Trab sitzen. Galopp wird durch die Schritt und Trab- Arbeit immer besser. Die Piaffe, die Pirouetten, der Schulhalt und die Durchlässigkeit in den Hanken werden immer schöner und besser.

 

Im 2017 hat er mich erfolgreich durch die ersten Prüfungen der Ritterschaft begleitet. Wir haben zusammen die Boden und Longenprüfung bestanden und die Wappenträgerprüfung geritten. Ich bin so unendlich stolz auf meinen kleinen Kämpfer.

 

Leider hat er im März 2018 eine Hufrehe bekommen an allen 4 Hufen. Es war nicht einfach, ihn in Einzelhaft zu halten. Die Röntgenbilder zeigten leider nichts Gutes. Er hat vorne rechts eine Krempe gebildet am Hufbein. Monti wollte jedoch Jederzeit weiter leben und hielt auch nichts von seiner Einzelhaltung. Er durfte dann recht schnell am Tag durch mit den Anderen im Offenstall sein und Nachts in seinem abgetrennten Teil. Ich habe ihm alle Zeit gegeben, die er möchte. Es ging auch recht schnell wieder sehr gut mit laufen. Dann lief er wieder von Tag zu Tag schlechter und das Erlösen wurde wieder erwähnt. Uns hat dann ein Hufschmied/Pfleger die Erlösung gebracht und nach der Bearbeitung lief Monti wieder zusehends besser und besser. Ich habe dann bei diesem Hufschmied einen Kurs gemacht und die Hufe nach diesem Wissen weiter bearbeitet.

Monti ist mittlerweile wieder voll belastbar und kann auch geritten werden.

Ihm hat in dieser Zeit sicher geholfen, dass ich ihn viel massiert habe um die verspannten Muskeln zu lösen. Übungen im Stand gemacht habe um seinen Geist auszulasten und einfach nur Stunden damit verbracht habe, ihn in kleinen Schritten durch Gymnastik wieder so weit zu bringen, dass er sich korrekt bewegen kann.